Unfenced bringt zwei argentinische Künstlerinnen zusammen, deren Werke sich auf den ersten Blick in entgegengesetzte Richtungen zu bewegen scheinen. Milu Correch malt die Straßenecken ihres eigenen Viertels in Buenos Aires — einen verrosteten Combi, geparkte Motorräder, einen Jungen, einen verrosteten Combi, geparkte Motorräder, einen Jungen, der im Hinterhof in einem Pool voller Pudel auf einer Luftmatratze treibt. Irene Lasivita malt Figuren, die sich keinem festen Ort zuordnen lassen: eine sphinxartige Gestalt mit pinkfarbenem Haar, halb Mensch, halb Tier, eingebettet in dichtes, traumhaftes Blattwerk. Die eine Künstlerin arbeitet aus der Beobachtung, die andere aus der Erfindung. Im Dialog miteinander gesehen, zeigt sich: Beide tun im Grunde dasselbe — nur von entgegengesetzten Enden her. Milu Correch: Das Magische im Alltag Correchs Buenos Aires ist nie rein dokumentarisch. Ihre Szenen sind aufgeladen mit etwas, das über das rein Abgebildete hinausgeht — ein Vibrieren unter dem Alltäglichen, eine Energie, die sich vollständiger Erklärung entzieht. Sie hat keine formale Kunstausbildung durchlaufen, und das zeigt sich in der Direktheit ihres Blicks: Farbe und Geste übernehmen die Erzählung, während das Bild selbst so viel zurückhält, wie es preisgibt. Correch spricht von einer visuellen Poesie, die sich Transparenz verweigert — die Betrachtenden müssen die Geschichte selbst vervollständigen. Nicht...
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Ausstellungen, Messen und Print-Releases, in der Galerie und unterwegs.
In der Ausstellung "Altered Nature" bringen wir mit ARDIF und Pixelpancho zwei prägnante Positionen der Urban Art in einer Ausstellung zusammen. Dabei wird die Natur nicht als Abbild, sondern als veränderbaren, dynamischen Zustand gesehen. Beide Künstler entstammen der Street- und Urban-Art-Szene, in der sich organische Formen, technische Ästhetiken und urbane Einflüsse auf besondere Weise verbinden.Die Idee einer Natur Im Zentrum steht die Idee einer Natur, die längst nicht mehr als unberührt oder idealisiert gedacht werden kann, sondern durch menschliche Eingriffe, technologische Prozesse und kulturelle Überformungen geprägt ist.Ein hybrides System In den Arbeiten von ARDIF und Pixelpancho erscheint Natur als hybrides System – zugleich organisch und konstruiert. Während ARDIFs Bildwelten häufig biomechanische Strukturen zeigen, in denen Pflanzen und Maschinen ineinander übergehen, entwickelt Pixelpancho komplexe Szenarien zwischen Natur, Architektur und mechanischen Elementen. Strukturen wirken gewachsen und gebaut zugleich, Oberflächen tragen Spuren von Zeit, Erinnerung, Beschädigung und Reparatur.Wachstum und Zerfall Es entstehen Bildwelten, die weniger Landschaften im klassischen Sinne zeigen, sondern vielmehr Prozesse sichtbar machen: Wachstum und Zerfall, Überlagerung und Fragmentierung, Mechanik und Abstraktion.Der Titel Altered Nature bleibt dabei bewusst offen. „Altered“ beschreibt sowohl physische Veränderung als auch eine Verschiebung der Wahrnehmung – eine Natur, die durch Technologie, urbane Räume und Imagination gefiltert...
Zur diesjährigen Ausgabe der ARTMUC zeigen wir eine Auswahl figurativer Positionen mit Arbeiten von Fin DAC, SKIO, Alexis Stephens und Guy Denning.Im Zentrum der Präsentation steht die menschliche Figur – nicht als klassisches Abbild, sondern als Projektionsfläche für Wahrnehmung, Transformation und innere Zustände. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Urban Art, zeitgenössischer Figuration und malerischer Geste und setzen sich damit auseinander wie Identität im Spannungsfeld von Körper, Raum und Bild konstruiert wird.Die vier künstlerischen Positionen eröffnen dabei unterschiedliche Zugänge: Fin DAC entwickelt eine hochästhetische, präzise Bildsprache, in der sich kulturelle Referenzen und Traditionen zu einer eigenständigen Form von Identität verdichten. Im Zentrum stehen dabei starke, selbstbewusste Frauenfiguren, die Präsenz und Haltung ausstrahlen.SKIO entwickelt seine Arbeiten aus einer rein analogen Malerei heraus, deren Bildwirkung dennoch an die Logik digitaler und KI-basierter Bildproduktion erinnert. Geprägt von einer reduzierten, bauhausnahen Formensprache entstehen Kompositionen mit beinahe übernatürlicher Anmutung – und reflektieren eine Wahrnehmung, die zunehmend von hybriden Realitäten geprägt ist.In den Arbeiten von Alexis Stephens wird der Körper selbst zum Ausdrucksträger von Bewegung, Energie und Entscheidung: Gesten wirken wie eingefrorene Momente eines dynamischen Prozesses, in dem Kontrolle und Impuls gleichzeitig präsent sind. Guy Denning hingegen reduziert die Figur auf eine rohe, unmittelbare Präsenz – seine...
Originale & Editionen – Verfügbare Werke unserer Künstler, direkt aus der Galerie
AUSGEWÄHLTE KÜNSTLER
FAKE, geboren am 15. Mai 1980 in den Niederlanden, lebt und arbeitet in Amsterdam. Aufgewachsen in einem grauen und teilweise tristen Umfeld, verspürte er früh den Drang, mit Ironie, Humor und vor allem Farbe ein Lächeln auf die Gesichter anderer Menschen zu bringen. Schon als Teenager fand er über Graffiti und Streetart zur Sprühdose; das Arbeiten mit Stencils entdeckte er schnell für sich und spezialisierte sich ab etwa 2005 professionell auf handgeschnittene, mehrlagige Schablonen. Autodidaktisch ausgebildet, entwirft er seine Motive zunächst am Computer, bevor er sie in aufwendiger Handarbeit in Schablonen überträgt – daher FAKEs sehr saubere und präzise bildliche Darstellung. Seine farbenfrohen Arbeiten, in denen er häufig Ikonen des täglichen Poplife verwendet, sind provokativ, mit einer guten Portion Humor und einem scharfen ironischen Twist. FAKE erzählt Geschichten und legt den Finger auf brisante Themen. FAKE gilt als Pionier der Stencil-Art: Seit seiner Jugend sind Schablone und Sprühfarbe seine künstlerischen Waffen der Wahl. Mit seinen Arbeiten reagiert er fortlaufend auf aktuelle Ereignisse und hinterlässt so seinen künstlerischen Kommentar im öffentlichen Raum. Von der Straße aus fand er seinen Weg in Galerien und Museen – seine Murals und Streetart-Arbeiten sind heute in internationalen Metropolen wie New York, London, Paris, Berlin, Los...
Roman Kloneks Familie kommt in den 1970er-Jahren aus dem polnischen Teil Oberschlesiens in die Bundesrepublik; er selbst wächst in Hannover auf. Von 1993 bis 1999 studiert er Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Druckgrafik an der Fachhochschule Düsseldorf, ergänzt durch ein Stipendium für Holzdruck an der Kunstakademie Trier. Bereits während des Studiums gründet er mit Freunden die Künstlergruppe „Tapezisten" sowie das Grafik-Fanzine „Herrensahne", gemeinsam mit Tobi Dahmen und Leo Leowald.Klonek zählt heute zu den international bekannten Vertretern der zeitgenössischen Druckgrafik in Deutschland. Seine Motive sind mehrfarbige Holzschnitte, gedruckt im Verfahren des „verlorenen Schnitts": Der Druckstock wird dabei mit jeder Farbe weiter beschnitten und kann nur ein einziges Mal verwendet werden – jede Auflage bleibt so auf wenige, meist bis zu zehn Exemplare begrenzt. Rund zwanzig neue Motive entstehen auf diese Weise pro Jahr, jedes eigenhändig gedruckt.In seinen Bildwelten begegnen sich skurrile Kreaturen und Metamorphosen aus Mensch und Tier in einer poppig-surrealen, oft absurd anmutenden Szenerie. Typografische Elemente aus kyrillischen und asiatischen Schriftzeichen setzen markante Akzente. Klonek gelingt damit ein gekonnter Spagat zwischen Propaganda-Ästhetik, Folklore und Pop – genährt von polnischen, russischen und tschechischen Trickfilmen der 1970er-Jahre ebenso wie von Vorbildern wie Frank Kozik, Yoshitomo Nara, Takashi Murakami, Raymond Pettibon, Gary Baseman und...
PRETTY WALLS
Alexis „Bust" Stephens, 1983 in Paris geboren, kommt aus dem Tanz – HipHop und Breakdance, europaweit auf Battles und Jams. Parallel dazu fand er über Graffiti seinen Weg in die Malerei und knüpfte früh Kontakt zur großen Pariser Streetart- und Graffiti-Szene. Aus dieser Bewegungspraxis heraus hat er seine Malerei entwickelt – nicht als Illustration von Tanz, sondern als dessen bildnerische Übersetzung. Sein Beiname „Bust" verweist auf den Slang-Ausdruck „to bust a move" – die Essenz seiner Verbindung von Bewegung und Malerei in einem Wort. Stephens' künstlerische Idee kreist um den Körper als Resultat organisierter Wellen – „Wir bestehen nicht aus viel, und doch pulsiert alles in uns." Beeinflusst vom abstrakten Expressionismus und der „grande geste", übersetzt er Bewegung und Energie aus dem Instinkt heraus in Linie und Duktus. Die Gesten wirken zunächst abstrakt, fast irritierend – erst in der Verdichtung kristallisieren sich seine tanzenden Protagonisten heraus. „Homo Motus" – der Mensch in Bewegung – zeigt genau diesen Moment der Verdichtung: eine Figur zwischen Sprung und Landung, zwischen Kontrolle und Auflösung. Die skizzenhaften, teils unvollendet wirkenden Linien um Arme und Beine sind kein Zufall, sondern Programm – sie halten die Bewegung im Bild fest, statt sie zu einem stillen Abbild erstarren...
EPODs Arbeit ist eine Verschmelzung aus Graffiti, Konzeptkunst und Fine Art – drei Einflüsse, die in seinen Werken so eigenständig zusammenfinden, dass sein Stil auf den ersten Blick erkennbar ist. Geboren 1977 und aufgewachsen in einer Hochhaussiedlung am Stadtrand von London, begann er seinen künstlerischen Weg als Graffiti-Writer unter dem Namen „DOPE". Daraus entwickelte sich das Alias .EPOD – ein Wandel hin zu einer nuancierteren, stilisierteren Bildsprache, technisch geschult durch seine Ausbildung im technischen Zeichnen und in der Modedesign, was sich bis heute in präzisen, strukturellen Linien zeigt, die auf lockere Spraytexturen treffen. Künstlerisch verbindet .EPOD unsere Vorstellung von Zukunft mit Vintage, Mode mit Technologie, Realität mit Verfremdung. Seine Bildsprache speist sich aus der visuellen Kultur seiner Jugend – HipHop, Retro-Sci-Fi-Filme und die glatten Hochglanzseiten der Vogue der 1970er-Jahre – und trifft auf die dramatische Lichtführung der alten Meister: Caravaggios Chiaroscuro, Rembrandts psychologische Tiefe. Aus dieser Verbindung entstehen ätherische Figuren, industrielle Texturen und eine kinoreife Farbpalette, die alte Meisterschaft mit futuristischem Design verschmilzt.Das Wandbild in Düsseldorf zeigt genau diese Handschrift: eine Figur im Profil, deren Haut in kühlem Blauviolett vor glühendem Orange und Gelb changiert – klassische Porträtmalerei, gebrochen durch die scharfen, dreieckigen Formen über dem Kopf, die wie ein...